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Reaktion auf die Sendung „Keuringsdienst van Waarde“

Reactie op aflevering Keuringsdienst van Waarde
Als Reaktion auf die Folge von Keuringsdienst van Waarde über Waschstreifen teilen wir unsere Sicht auf die Diskussion. Dabei klären wir wichtige Punkte ein und erklären, warum Cosmeau Verantwortung in diesem Thema übernimmt.

Stellungnahme zur Sendung Keuringsdienst van Waarde

Keuringsdienst van Waarde ist eine bekannte niederländische Verbrauchersendung, die Produkte und deren Werbeversprechen kritisch unter die Lupe nimmt. Anlässlich der Folge über Waschstreifen möchte ich gerne Stellung nehmen. Obwohl wir von der Redaktion nicht kontaktiert wurden, fühlte ich die Verantwortung, unsere Sichtweise darzulegen, da Cosmeau ebenfalls Waschstreifen verkauft und unsere Verpackung in der Sendung zu sehen war.

Warum war unsere Verpackung zu sehen?

Keuringsdienst van Waarde hatte eine ältere Charge unserer Verpackungen, da wir für Monate im Voraus einkaufen und Änderungen daher erst viel später sichtbar werden.

Wichtig zu betonen: Auf unserer Produktseite haben wir niemals ohne Erklärung behauptet, dass dies ein vollständig plastikfreies Waschmittel sei. Die Produktseiten wurden im Sommer aktualisiert. Da die biologische Abbaubarkeit von PVA ein Graubereich ist, haben wir bewusst mehrere Perspektiven geteilt, darunter die der ECHA (Europäische Chemikalienagentur) und der Plastic Soup Foundation, damit Kunden selbst eine informierte Entscheidung treffen können. Wir haben dieses Produkt nicht als „plastikfrei" an Keuringsdienst van Waarde verkauft.

Es ist sehr bedauerlich, dass sie eine alte Verpackung hatten. Es wurde kein Kontakt mit uns aufgenommen, um zusätzliche Informationen oder Kontext anzufragen.

Transparenz über PVA

Wir sind bereits seit längerer Zeit offen über die Verwendung von PVA und die damit verbundenen Unsicherheiten. Am 2. Oktober haben wir hierzu einen ausführlichen Beitrag auf unseren Social-Media-Kanälen geteilt, in dem wir auch angaben, dass wir bereits seit Monaten an einer Alternative arbeiten. Diese Botschaft wurde zusätzlich über unseren Newsletter an Kunden kommuniziert.

Warum sind so viele Menschen erschrocken und verärgert?

Trotz dieser Transparenz erhalten wir viele verärgerte und enttäuschte Reaktionen. Das kann ich vollkommen nachvollziehen.

Meine Einschätzung ist, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass Waschstreifen jahrelang von vielen Marken als plastikfrei positioniert wurden. Diese Botschaft hat sich eingeprägt: Waschstreifen = plastikfrei.

Seit Anfang dieses Jahres werben wir bewusst nicht mehr damit, sobald klar wurde, dass dies nicht schwarz-weiß zu sehen ist. Das haben wir über Mailings und Social Media kommuniziert, aber nicht jeder verfolgt uns dort aktiv. Für Kunden, die schon länger bei uns kaufen und dieses Thema danach nicht weiter verfolgt haben (was völlig verständlich ist), kann dies wie ein Schock wirken.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie wir dies noch besser hätten kommunizieren können. Wenn ihr dazu Ideen habt, höre ich sie gerne.

Zum zweiten Punkt: PVA – wie verhält es sich genau?

Auf Basis von Studien und Tests* von Rohstofflieferanten, Herstellern und internationalen Untersuchungen sind wir stets davon ausgegangen, dass es vollständig biologisch abgebaut wird. Wir haben dabei die Gegebenheiten niederländischer Kläranlagen nicht berücksichtigt.

Wir wissen, dass die Abbaubarkeit von PVA je nach Marke und Art unterschiedlich ist. Wir verwenden das japanische Premium-Produkt von Kuraray, die Tests vorgelegt haben, bei denen ihr PVA biologisch abbaubar ist.

Das ist es nach wie vor, allerdings unter bestimmten Bedingungen, die in niederländischen Kläranlagen nicht immer gegeben sind. Dies hängt nämlich von den vorhandenen Bakterien ab, die je nach Anlage und Region unterschiedlich sein können.

Als dies deutlich wurde und somit nicht der nachhaltige Endpunkt ist, auf den wir gehofft hatten, haben wir sofort gehandelt. Nicht nur in der Kommunikation, sondern auch inhaltlich.

Wir haben unsere Planung beschleunigt und beschlossen, unsere eigene Waschmittelproduktion ein Jahr früher zu realisieren. Wie bekannt, produzieren wir unsere Duftperlen bereits in den Niederlanden (ohne PVA und Mikroplastik), und derzeit wird neben unserem Büro eine neue Produktionshalle von 2.500 m² gebaut.

Unser Ziel ist ein Waschmittel der nächsten Generation, das all diese Anforderungen erfüllt:

  • · (Mikro)plastikfrei

  • · Biologisch abbaubar

  • · Einfach zu dosieren

  • · Vorzugsweise nicht flüssig

  • · Keine (recycelte) Plastikflasche

  • · Nicht so schwer wie Pulver

  • · Hohe Waschkraft

  • · Intensiver Duft

  • · Skalierbar mit begrenzten Mitteln

  • · Inhaltsstoffe größtenteils aus der EU

  • · Kein Weichspüler nötig (optional)

Ein solches Produkt gibt es noch nicht, aber wir machen deutliche Fortschritte. Darüber werden wir in der kommenden Zeit transparent kommunizieren.

Über die Aussagen in Keuringsdienst van Waarde

In der Folge wird um 14:38 die Wissenschaftlerin Heather Leslie interviewt. Sie stellt fest, dass PVA nur unter sehr spezifischen Bedingungen abgebaut wird, mit trainierten Mikroorganismen und bei 60 °C. Anschließend wird mit einer Kläranlage gesprochen, wodurch der Eindruck entsteht, dass PVA dort nichts bewirkt.

Wir möchten Keuringsdienst van Waarde nicht in Frage stellen, aber diese Darstellung ist unvollständig** und wir ergänzen sie gerne.

Niederländische Kläranlagen sind sehr modern. PVA existiert zudem in verschiedenen Abstufungen (Hydrolysegrad und Molekulargewicht), und in der Sendung wurde kein Unterschied gemacht. Der 60-Grad-Test ist ein Laborstandard, aber nicht die einzige Möglichkeit, wie PVA abgebaut werden kann**. Im Testbericht* von TüV wurde eine Abbaubarkeit von 90% über 28 Tage festgestellt, getestet bei 22 Grad mit 2 Grad Abweichung.

Darüber hinaus spielt Klärschlamm eine wichtige Rolle. Ein Teil des PVA bindet sich an Klärschlamm, der in den Niederlanden verbrannt oder vergoren wird***. Das bedeutet, dass dieser Teil tatsächlich aus dem System entfernt wird.

Ein anderer Teil kann, abhängig von der Anlage, teilweise durch Bakterien und Enzyme abgebaut werden. Dies unterscheidet sich je nach Kläranlage und ist etwas, wozu ich derzeit weitere Untersuchungen durchführe. Hierauf komme ich später zurück.

Es stimmt, dass Kläranlagen nicht darauf ausgelegt sind, gezielt PVA abzubauen. Sie sind auf die Entfernung allgemeiner organischer Belastung, Stickstoff und Phosphat ausgerichtet. Der PVA-Abbau ist daher sekundär und zufällig, aber das bedeutet nicht, dass nichts passiert.

Bakterien können Stoffe auch co-metabolisieren, enzymatisch verändern oder teilweise abbauen, ohne sie als Hauptnahrungsquelle zu nutzen.

Über das „Plastik" im Labor

Das Bild, bei dem PVA erhitzt wird und ein plastikähnliches Residuum entsteht, spiegelt nicht wider, wie PVA in die Umwelt gelangt. Es erweckt den Eindruck, dass bei jedem Waschgang ein Stück Plastik entsorgt wird, und das ist nicht korrekt.

Was bleibt nun tatsächlich zurück, wenn wir all dies wissen?

Unser Waschstreifen wiegt etwa 1,71 Gramm, wovon 15–35% PVA ausmachen. Im äußersten Fall handelt es sich also um circa 0,6 Gramm PVA. Davon wird ein Teil über Klärschlamm vernichtet und möglicherweise ein Teil biologisch abgebaut.

Zum Vergleich: Dies liegt in derselben Größenordnung wie die Menge an Mikroplastik, die beim Waschen eines einzigen Polyester-Shirts freigesetzt wird. Der wichtige Unterschied ist, dass Polyester-Mikroplastik aus festen Fasern besteht, die bestehen bleiben und sich anreichern, während PVA wasserlöslich und weniger persistent ist. Das macht PVA nicht ideal, aber weniger schädlich als klassisches Mikroplastik.

Eure Fitness-Outfits oder die Fußballtrikots der Kinder stellen ein größeres Problem dar, wenn man es in Perspektive setzt.

Zusammenfassung

Wir haben zu leichtfertig gedacht, weil die ECHA PVA nicht als Mikroplastik einstuft und es biologisch abbaubar war, dass wir dies innerhalb unserer Markenanforderungen führen konnten. Mikroplastikfrei ist nicht dasselbe wie plastikfrei, und wir sahen mikroplastikfrei stets als einen höheren Standard.

Aggressive Chemikalien in herkömmlichen Waschmitteln haben oft eine größere Auswirkung auf das Wasserleben als PVA. Wenn man sich Mikroplastik ansieht, ist das, was zurückbleibt, weniger schädlich und auch weniger als bei einem Fußballtrikot oder einer Leggings. PVA ist nicht toxisch, wird teilweise abgebaut und teilweise über Schlammverarbeitung vernichtet. Es ist keine perfekte Lösung, aber auch nicht vergleichbar mit dem Entsorgen von festem Plastik in die Umwelt.

Das ändert nichts daran, dass wir PVA ersetzen möchten, und daran arbeiten wir intensiv – nicht als Reaktion auf diese Sendung, sondern seit einem halben Jahr, seit wir hierüber mehr erfahren haben. Wir haben dies damals über alle unsere Kanäle kommuniziert, unsere Werbematerialien angepasst, unsere Verpackungen aktualisiert und beschlossen, Waschmittel selbst in unserer neuen Produktionshalle (Fertigstellung Mitte März 2026) neben unserem Hauptsitz in Velsen-Noord herzustellen.

Die Erwartung ist, dass die erste Version in Q1 2026 verfügbar sein wird.

Vielen Dank für das Lesen.

Jason

Anmerkung (wie auf der Produktseite seit Sommer 2025 angegeben)

Die Waschstreifen sind, je nach Definition, entweder mikroplastikfrei oder nicht. PVA ist von der ECHA zugelassen und wird dort nicht als Mikroplastik eingestuft, von der Plastic Soup Foundation jedoch schon. Es gibt Studien, die zeigen, dass PVA je nach Typ und Anwendung biologisch abbaubar sein kann. Wir verfügen über eine Zertifizierung nach OECD 301B. Unsere Verpackung ist vollständig plastikfrei und FSC-zertifiziert. Darüber hinaus forschen wir an cellulosebasierten Trägern, um diesen Graubereich zu vermeiden.

***Wie funktioniert eine Kläranlage – Vallei Veluwe

www.brabantsedelta.nl/rioolwaterzuivering

waternet.nl/ons-water/rioolwater/waterzuivering/

www.vechtstromen.nl/werk/zuiveren-afvalwater/werking/

**The water solubility of PVOH depends mainly on its degree of hydrolysis (DH), and to a second extent on its degree of polymerization (DP) (Finch [10]). This is determined by two counteracting influences of the hydroxyl groups. On the one hand, the many hydroxyl groups cause PVOH to have a high affinity to water, which drives water solubility. On the other hand, the strong hydrogen bonding between inter- and intramolecular hydroxyl groups can greatly impede solubility in water. As a consequence, fully hydrolysed PVOH is highly crystalline and only dissolves in hot water (> 60°C), whereas 'partially hydrolysed' PVOH is more weakly hydrogen-bonded, less crystalline, and generally soluble in cold water (< 10 °C) (Monosol [16]). Finch [10] shows high water solubility at ambient temperature (20 °C) for PVOH with a degree of hydrolysis up to 90%, but rapidly dropping with further increasing DH. The observed negative effect of an increasing degree of polymerization (in the range of 500– 2500) on solubility was of limited relevance for PVOH with a degree of hydrolysis < 90%. This is illustrated in Figure 2 for a degree of polymerisation of 1750 (after Finch [10]). Note that for practical detergent applications, PVOH films are modified and contain additives, to ensure that they are 100% soluble in cold water (as opposed to what is shown in Figure 2 for pure unmodified
Quelle

www.mdpi.com/2073-4360/13/21/3742

*Testberichte zur Abbaubarkeit:

Rohstofflieferant:
https://cosmeau.s3.eu-west-3.amazonaws.com/test_report_kuraray.pdf

Hersteller TüV-Test:
https://cosmeau.s3.eu-west-3.amazonaws.com/test_report_tuv2.pdf

OECD-B301-Tests messen stets die Abbaubarkeit innerhalb von 28 Tagen. Das Material kann weiter abgebaut werden, dies wird jedoch im Teststandard nicht mehr berücksichtigt.

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3 Kommentare

Ik ben heel erg blij met deze uitleg, want inderdaad geschrokken van de berichten in ‘keuringsdienst van waarde’. Plaatst alles voor mij weer in perspectief en ik ben blij dat jullie het serieus nemen en blijven zoeken naar het beste resutaat. Wasstrips zijn overigens prima om mee te wassen, alles wordt schoon.

Ingrid van den berg

Bedankt voor jullie uitgebreide reactie.
Jullie wasstrips hadden mij al bij de vervanging van de grote plastic containers, ruimte besparing en geurtjes. Alles wat jullie product nog milieuvriendelijker maakt is voor mij een WIN.
Succes met de onderzoeken en ontwikkelingen!

Rachel

Beste Jason, dank voor je uitleg.
Ik kijk graag naar het programma Keuringsdienst van Waarde, ze onderzoeken en communiceren wat ze hebben gevonden, eerlijke onderzoeksjournalistiek. Na hun uitzending kijk ik altijd weer eens met een andere bril naar zaken die je jezelf wel eens afvraagt. Door hun programma blijven we met elkaar communiceren, het houdt ons scherp en blijven we verbeteren.
Je zult nooit alle mensen kunnen bereiken via sociale media, maar blijf in gesprek en laat ook van je horen als er kritiek geleverd wordt. Dat is de beste reclame ;)
Ik kijk uit naar jullie plastic vrij product, tot die tijd blijf ik jullie Wasstrips en geurparels gebruiken

A.Lemar

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